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[Review] TIMELESS MIRACLE - Into the Enchanted Chamber

TIMELESS MIRACLE - Into the Enchanted Chamber

Stil: Melodic Epic Power Metal
Label: Massacre Records
Songanzahl: 12 Songs
Webseite: http://www.myspace.com/timelessmiracle
Wertung: 15/15 
Reviewer: Steelbound | 6.3.2011




 

So, jetzt werde ich mal ein 6 Jahre altes Album kritisieren (um nicht das hässliche Wort „reviewen“ zu benutzen). Problem ist, dass es beim ersten Longplayer der schwedischen Power Metal-Formation TIMELESS MIRACLE nichts zu kritisieren gibt. Ja, es ist das Debüt-Album der Band – und dennoch ist es ein Meilenstein des Power Metals im noch recht jungen Jahrhundert.

Die vier Schweden schaffen es auf „Into the Enchanted Chamber“, Melodie, Heavyness und Emotionen zu verknüpfen, wie es viele Bands erst nach vielen, vielen Jahren Bandgeschichte, oder gar nie, schaffen. Auf einer Spielzeit von 64 Minuten macht sich keine Millisekunde Langeweile breit.


Das Album wird vom 7-Minüter „Curse of the Werewolf“ eröffnet und damit auch textlich einen guten Anfang darstellt. Auf „Into the Enchanted Chamber“ geht’s, grob gesagt, um Fantasy, viele Werwölfe, auch ein Abstecher in Hades' Welt wird gemacht, bis zum den Tod thematisierenden Song „The Voyage“. Gute Power Metal-Lyrik also.

Bereits der Opener spiegelt musikalisch das Album wieder, von phänomenalen Ohrwurm-Melodien über den richtig umwerfenden Sänger Mikael Holst bis zu den im Sound gern verwandten Fanfaren und ähnlichen Keyboard-Tönen, was in einigen Stücken einen angenehmen Folk-Aspekt mit hereinbringt.

„Witches of Black Magic“ nennt sich das nächste, rifflastige und mit einer Geige unterlegte Stück. Hier geht es sehr speedig zu, was dann, wie das ganze Album, besonders Fans von RHAPSODY OF FIRE zusagen sollte. Der sehr kraftvolle Refrain lädt wahrscheinlich besonders live zum Mitschreien ein.

Das Titelstück stellt sich sehr majestätisch, mit Fanfaren an den Auftritt eines großen Königs erinnernd, dar, und macht damit auch alles richtig. Unglaubliche Melodien und tiefgründige, Naturverbundene Texte machen den Song zu einem absolut einzigartigen im Genre. Das Stück lässt mit seinen gefühlvollen Strophen sowie dem epischen und hymnischen Refrain den Hörer die Augen schließen und träumen. Ja, für nicht-Genre-Fans ist das absolut nichts, aber Fans der Musik dürften TIMELESS MIRACLE dafür vergöttern.


Auch das nachfolgende Stück „The Devil“ geht sehr keyboardlastig zu, zumindest im Anfang und im Refrain, in den Strophen können die beiden Gitarristen ihr Können mit Riffs beweisen. Immer mal wieder eingeschobene Akustik-Parts erweitern das Facettenreichtum der Songs und heben TIMELESS MIRACLE von der Stufe einer guten Power Metal-Band auf das Niveau hochklassiger Bands wie die richtig Großen im Genre.

Mit HELLOWEEN. GAMMA RAY etc. sind sie aber nicht vergleichbar, da der Sound der Band einfach viel zu divers rüberkommt. Hie und da gibt’s eingängige Melodien, die auch das nach wie vor wichtigste sind, aber auch die anderen Aspekte wie die Folk-Abschnitte bzw. -Instrumentierungen sind so überragend gut und groß im Sound der Band, dass zwischen ihnen und „normalen“ Bands wie HELLOWEEN doch noch mehr als nur ein Ozean liegt.


Besonders auffällig im Gesamtsound des Albums sind die beiden mit Cembalo und ähnlichen Instrumenten sehr barock gehaltenen Interludien „A Minor Intermezzo“ und „The Dark Side Forest“.

Letzteres eröffnet das 14-minütige Stück „The Voyage“, das Highlight des Albums. In den ersten Minuten wird ein Spannungsbogen aufgebaut, der schon sämtliche Melodien, die im Stück verwendet werden, beinhaltet und variiert – sodass der Hörer im Verlaufe des Songs immer wieder auf bekannte Melodien und Strukturen stößt. Damit liefern TIMELESS MIRACLE einen der besten Longtracks ab, die ich je gehört habe – das kommt auch an ein Niveau wie die extravaganten AVANTASIA-Longtracks ran, und ist ebenso vielfältig wie z.B. ein mehr progressives Stück wie von AYREON. Das Stück entlässt den Hörer absolut fassungslos ob der ausgezeichneten Epik und der textlichen Reise. Ein gelungener Abschluss für dieses Album.


Doch auch alle anderen Songs sind nennenswert und wichtig für das Album. Sei es mein persönlicher Favorit „The Gates of Hell“ mit seinem ideenreichen Text oder das sehr melodische „Down to the Gallows“ - TIMELESS MIRACLE sind überragender und erlesener als alles, was bisher in den letzten 11 Jahren veröffentlicht wurde.


Das ist ein Pflichtalbum für jeden Power Metal-Fan!


„...and I know they will come back... to haunt me again.“

 


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Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Dobry, 12.11.2011 16:53:39:
Ein wirklich sau geiles Album! Ich hoffe nur da kommt bald ma mehr nach...

Kommentar von Steelbound, 16.05.2011 17:02:43:
Danke, solche Rückmeldungen freuen mich und uns immer wieder! :)

Kommentar von Turrican, 13.05.2011 19:33:26:
Diese Scheibe ist einer der Gründe warum ich eure Seite so mag. Tipps wie diese bekommt man nur recht selten. Eine sehr gute Scheibe, die weiter wächst nach mehreren Durchläufen.. Perfekt übrigens auch für Abende auf dem Balkon (so wie jetzt gerade).. ;-)

Kommentar von Tobi, 22.03.2011 20:42:42:
Super Review einer genialen Scheibe! Ich habe mir diese CD vor ca. 3 Jahren mal für nen Appel und n Ei besorgt...seitdem gehört sie zu meinen Faves! Ich hoffe so sehr, dass wirklich mal ein 2tes Album erscheint.

Kommentar von Danny, 18.03.2011 13:25:10:
Mein Gott du hast ja sowas von Recht, die Scheibe ist der absolute Wahnsinn. Und gerade habe ich gelesen dass sie weiterhin am neuen Album arbeiten, und das es definitiv veröffentlicht wird, nur wann steht in den Sternen.



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